Geschrieben von admin am 27. März 2010 | Abgelegt unter Allgemeines
Am Sonntag den 6 Dezember 2009 konnte ich die erste cleane Wiederholung von Prinzip Hoffnung realisieren, für mich ein Traum der Wirklichkeit wurde, so eine Linie im „reinsten“ Stil zu klettern. Schon bei den ersten sporadischen Topropeversuchen im Frühling09 hat mich diese Linie in ihren Bann gezogen. Die stetig ansteigende Badetemperatur in tieferen Lagen verscheuchte mich in die „großen“ Wände mit der Aussicht einen kalten Luftzug zu erwischen.
November, ich widme mich meinem Studium, bin aber mit meinen Gedanken ständig bei dieser Platte, ob mein Rack wohl ausreicht um ein Vorstieg zu wagen? Wie soll ich sichern? Wo Kraft sparen? Auf welches Placement kann ich verzichten? Am nächsten Wochenende geht’s ab ins Ländle. Ich fahre direkt zur Platte, seile ab, beginne die Sicherungsmöglichkeiten zu checken. Unten angekommen empfinde ich eine riesige Freude, weil die Route für mich mit dieser Absicherung vertretbar wird und dadurch real. Schnell wird mir klar, dass nun ein Vorstiegsversuch nicht weit weg ist und dieses Gefühl der Freude weicht der Anspannung. In der nächsten Woche bin ich zwar physisch in Innsbruck mit meinen Gedanken aber permanent bei dieser Wand. Am Freitagabend rufe ich Flo an ob er mich begleitet und am Samstagmorgen stehe ich vollbepackt mit Keilen und Friends, eingebunden in zwei Halbseile am Einstieg. Beat ist mein zweiter Sicherer des Vertrauens. Ich klettere los, mein Bewusstseinszustand verändert sich abrupt mit den ersten Zügen, das Leben wird sehr einfach – reduziert sich auf das jetzt und hier. Ich erreiche eine Ebene extremster Konzentration und Wahrnehmung, den Fokus auf dem nächsten Zug, auf das Platzieren der nächsten Sicherung. Ich stürze, werde aus diesem Zustand herausgerissen und hänge mit Herzflattern im Seil. Wow der Rp (Microkeil) hat meinem unerwünschten Freiflug standgehalten. Ich brauche eine Pause sammle mich mental und steige an diesem Tag noch einmal ein -ohne Erfolg. Am Abend sagt mir der Verstand ich sollte etwas essen, Energie tanken doch ich bin voller Emotionen bring keinen Bissen hinunter. Nach einer Schlaflosen Nacht finde ich mich körperlich müde von den zwei Versuchen am Vortag, aber Mental umso stärker, erneut am Wandfuß ein. Das Thermometer misst -4 Grad Celsius, was folgt – perfect fight- perfect moment!
Das traditionelle Klettern fordert aus meiner Sicht eine persönliche Auseinandersetzung. Eigenverantwortung zu übernehmen, im „vollen“ Bewusstsein über die möglichen Konsequenzen und das Vertrauen in deine Fähigkeiten sind die Basis für eine Entwicklung, ein Wachsen. Ich persönlich zehre sehr lange von diesen Erlebnissen, wie ich sie bei der Begehung von Prinzip Hoffnung hatte.
Thanks to Beat, Flo und Christoph das motivierende Bodenpersonal.
Danke auch an meine Sponsoren: Adidas, La Sportiva, DMM
Geschrieben von admin am 15. März 2010 | Abgelegt unter Allgemeines
27. April 2010, Am Bach in Götzis
Beginn: 20 Uhr
Dean Potter zeigt seinen neuen Vortrag: “Embracing Insanity” – “der angenommene Wahnsinn”
Mit dabei als Freund und Co -Kommentator Beat Kammerlander
Dean Potter zählt zu den schillernden und kreativen Köpfen in der internationalen Outdoorszene. Der Ausnahmekönner und Topathlet glänzt in den Disziplinen Klettern, BASE jumping und Slacklining auf eindrucksvolle Weise.
“Instead of dying I am flying”,
Das ist Free-BASE. Mit „nur” einem kleinen Fallschirm als Kleinstgepäck am Rücken, klettert Dean die Route „Deep Blue Sea” im 9. Grad am Eiger free solo. Weltrekord an der Eiger Nordwand: drei Minuten dauert der längste BASE Jump, dieser gehört Dean Potter und er gelang ihm ebenfalls im Berner Oberland.
Weitere nervenaufreibende Aktionen in seiner neuen Live-Digital-Show: Ungesichert 1000 Meter über dem Grund balancierend, auf einem 25 Millimeter Flachband, Slackliniing und Highlineing, bis dato in dieser Weise nur Ihm vorbehalten.
Speedrekorde und Solobegehungen in Patagonien. Erste Solobegehung der Route „Supercanaleta” am Fitz Roy gefolgt von der „Compressor” Route am Cerro Torre.
Dean Potter ist der einzige Kletterer der im Yosemite Half Dome und El Capitan an einem Tag (23 Std. 40 min) solo klettern konnte.
“Soloing for me is about being completely in the moment, not worrying about the past or future, but just being right here, right now. That’s why I do it.” (Dean S. Potter)
Kartenvorverkauf: alle Hypo Bank Filialen Vorarlbergs, Alpin Loacker Götzis.
Einrtitt: € 15,– Jugendermäßigung € 10,–
there is a new bolt on the run out of the 5th pich of silber… a rope that connect the two bolts of the run out of the 6th pich….fix quickdraws on every single bolt of the route…and very strong chalk marks on the all route…
Is’t it the time to go for some sane cleaning? I would like once to repeat the route…
Wir sind die einzigen Kletterer – der frühe Morgennebel lässt uns erst spät aus dem Zelt kommen um die der Bar Lou unseren Kaffee zu trinken. Es ist sehr ruhig in La Palud. Bei genialem Wetter und besten Bedinungen in der Schlucht verirren sich zu dieser Zeit kaum Kletterer hierher.
Im Jänner 2009 gelang dem Heli Putz und mir eine ernsthafte Erstbegehung an der Mammutwand am Krippenstein.
Bohrhaken wurden nur an den Standplätzen eingesetzt, Zwischensicherungen sind 3 Normalhahen, 2 Peckers die belassen wurden, der Rest wurde mit Eischrauben und Stopper gesichert.
Bei dieser Gelegenheit wurde auch gleich von Planet Watch für eine Dokumentation mitgefilmt. Um möglichst gute Bilder zu bekommen wurde auf 180m höhe ein Kamerakran auf ein Podest gestellt. Dieses, von Heli Putz entwickelte Filmpodest ist mit 2,5×2,5m das größte Portable das je in einer Felswand eingesetzt wurde.
Für die Filmaktionen wurde auch in den Dachstein Eishöhlen gedreht.
Die Dachstein Eishöhlen, eigentlich ausschließlich als Schauhöhle im Sommer geöffnet, für Spezialeinlagen jedoch immer zu haben. Da das Wachstum des Eises in den letzen Jahren enorm zurückgegangen ist, konnte nur an 2 Bereichen geklettert werden. Die Eisqualität ist sehr spröde, deshalb schwierig zu klettern, die äußere Schicht muss abgetragen werden um die Eisgeräte zuverlässig verankern zu können. Das Klettern auf diesen 3000 Jahre alten Eis in dieser beeindruckenden Szenerie ist einzigartig und lässt den Kletterer demütig werden. Besten Dank an Günter Göberl der als Kameramann eine hervorragende Arbeit geleistet hat, sowie das zuständige Personal der Dachstein Eishöhlen.
By Fair Means Beat Kammerlander gelingt Prinzip Hoffnung
Nach monatelanger, minutiöser Vorbereitung gelingt dem österreichischen Extremkletterer Beat Kammerlander (50) die ‚cleane’ Durchsteigung seiner Route ‚Prinzip Hoffnung’ an der Bürser Platte in Vorarlberg. Spärlich und ausschließlich mit natürlichen Sicherungsmitteln abgesichert, bezwingt er eine 40 Meter hohe Steilwand, deren Felsstruktur einer Raufasertapete gleicht. Ein mentaler und physischer Kraftakt.
„Die Bürser Platte hat mich schon lange fasziniert“, sagt Beat Kammerlander. „Sie ist in gewisser Weise einmalig, denn an einer glatten Wand in diesem hohen Schwierigkeitsgrad (10/10+ und vielleicht E9-E10) eine Linie zu finden, die es einem ermöglicht, das ganze mit mobilen Sicherungsmitteln abzusichern, also clean zu klettern, gibt es fast nirgends. In dieser Wand geht ein kleiner Riss hoch, der praktisch nach 25 Metern ausläuft, dann kommt die Schlüsselstelle und sechs, sieben Meter weiter oben läuft der Riss diagonal versetzt weiter. Die Kletterei ist wirklich speziell, denn man klettert an extrem kleinen Griffen und Tritten. Wenn man da zu ernst und zu oft probiert, ruiniert man sich die Schuhe und holt sich blutige Finger. Es ist wie eine kleine Schlacht, dort hochklettern zu müssen.“
Die erste Begegnung mit der Bürser Platte hatte der im Nachbarort Bludenz geborene Sportkletterer bereits vor einem Jahrzehnt. Schon im Jahr 1997, nur wenige Monate nachdem seinem Freund Marco Wasiner (AUT) die Erstbegehung der unteren Hälfte der Route bis zur Schlüsselstelle gelungen war, klettert Beat Kammerlander die Verlängerung der Route im oberen zehnten Schwierigkeitsgrad.
„Interessanterweise hat es, nachdem ich die Route Rotpunkt geklettert habe, keine Wiederholungsversuche gegeben. Irgendwann habe ich dann angefangen, mich wieder mit der Wand zu beschäftigen. Ich spürte auf einmal das Verlangen, diese Wand clean zu klettern, also alle Bohrhaken zu entfernen und meine gesamte Sicherung am Körper mitzuführen, das heißt die Sicherungen aus der Kletterposition heraus anzubringen. Das schien mir der einzig richtige Weg zu sein. Aber gleichzeitig erschien es auch unmöglich. Doch genau das macht ja den Reiz eines Projektes aus.“
Einen ganzen Sommer lang trainiert Beat Kammerlander, um sich mental und physisch auf sein Projekt ‚Prinzip Hoffnung’ vorzubereiten. Dabei liegt die eigentliche Herausforderung in der Sicherung. „Es war ein relativ langer Entwicklungsprozess“, erzählt der Vorarlberger. „Es hat über ein dreiviertel Jahr gedauert, bis ich mental so weit war, es zu versuchen. Die Mini-Stopper, die man an der Wand einsetzen kann, halten vielleicht 150 bis 300 Kilogramm aus. Bei einem Sturz aus 10 bis 15 Metern Höhe tritt jedoch eine weitaus höhere Kraft auf. Man weiß also von vorneherein, dass viele der Klemmkeile im Extremfall nicht halten würden. In der Schlüsselstelle kann man beispielsweise überhaupt nicht sichern. Und genau das löst die mentale Blockade aus. Hier hilft nur minutiöse Planung. Ich wusste auf den Millimeter genau welcher Klemmkeil wo hinkommt. Allerdings hat mich die Schlüsselstelle sehr lange beschäftigt. Irgendwann hatte ich dann die zündende Idee, ein zweites Seil zur Sicherung einzusetzen. An diesem Seil stand eine Person meines Vertrauens, die im Ernstfall wegsprinten musste, um das Seil einzuholen. Mit diesem Lösungsansatz habe ich auch meine Angst überwunden.“
Im Winter 2008/2009 startet Beat Kammerlander schließlich den Versuch. „Die Bürser Platte ist ein typisches Winterprojekt“, sagt er. „Man braucht Temperaturen zwischen null und zehn Grad, sonst sind die Finger zu weich und die Gummimischung der Reibungsschuhe würde auf diesen kleinen Tritten nicht halten.“
Das Projekt gelingt nicht gleich auf Anhieb. Kammerlander stürzt ein paar Mal in der Schlüsselstelle und muss immer wieder die Klemmkeile entfernen und von vorne beginnen. Am Tag der erfolgreichen Durchsteigung bleiben ihm noch zwanzig Minuten bis zum Sonnenuntergang. Eigentlich will er nur noch einen ‚Trainingslauf’ absolvieren, doch dann gelingt ihm das Unmögliche. „Bei der geglückten Durchsteigung hatte ich in der Schlüsselstelle das Gefühl als würde ich konstant stürzen“, erinnert sich Beat Kammerlander. „Ich war so überrascht, dass ich wie ein Tropfen, der an der Decke baumelt trotzdem kleben bleibe. Du spürst du stürzt jetzt, aber Du kletterst einfach weiter. Dieser Urwille, den du in dieser Situation in deinem Bauch spürst, ist das was dir nachhaltig in Erinnerung bleibt und was dich stark macht. Wenn ich so eine Route klettere, dann fühle ich mich nicht wie fünfzig.“
Beat Kammerlander sieht seine Route ‚Prinzip Hoffnung’ (E9-E10), als eines seiner ganz großen Highlights als Kletterer. „Neben den Erstbegehungen ‚Silbergeier’, ‚Unendliche Geschichte’, oder ‚Mordillo’ (Free Solo im unteren zehnten Schwierigkeitsgrad), hat ‚Prinzip Hoffnung’ in meiner persönlichen Entwicklung sicher gleich viel Stellenwert“, sagt er. „Bedeutende und motivierende Kletterprojekte sind für mich die Geschichten, bei denen ein Entwicklungsprozess in dir selbst notwendig ist, an dessen Ende die Tour steht. Und genau das war hier der Fall.“
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Informationen für den Redakteur
Beat Kammerlander (* 1959 Bludenz/Vorarlberg) zählt zu den besten Sportkletterern der Welt und hat maßgeblich zur Entwicklung des Klettersports beigetragen, insbesondere im alpinen Gelände. Seine Route Silbergeier zählte jahrelang zu den drei schwersten Alpintouren der Welt, der Trilogie, bis Alexander Huber mit Bellavista in der Westlichen Zinne-Nordwand im Jahre 2003 eine noch schwerere Route klettern konnte. Auch Beat Kammerlanders Unendliche Geschichte im Rätikon (1991) galt lange Zeit als die international schwierigste Alpine Route. Seine schwierigsten Sportklettererstbegehungen sind Speed (11-/11) und Missing Link (11) am Voralpsee in der Schweiz. Sein aktuelles Projekt Prinzip Hoffnung bewertet Beat Kammerlander mit 10/10+, E9-E10.
Beim Clean-Climbing wird eine Begehung zusätzlich dadurch erschwert, dass alle Sicherungspunkte aus mobilen Sicherungsmitteln (Klemmkeile, Friends und ähnliche) bestehen und nach dem Klettern wieder entfernt werden. Der Zusatz Clean kennzeichnnet, dass die Begehung rein an mobilen Sicherungsmitteln stattgefunden hat, es kann also beispielsweise auch (wenn auch eher selten) eine Rotpunkt- oder a.f.-Begehung „Clean“ erfolgen. Clean stellt zusätzliche Anforderungen an den Kletterer, da das Anbringen von mobilen Sicherungsmitteln mehr Zeit und damit mehr Kraft in Anspruch nehmen kann als das simple Einhängen einer Expressschlinge in einen Bohrhaken. Auf jeden Fall aber verlangt es Erfahrung, die Stellen (sogenannte „Placements“) zu erkennen, an denen die Sicherungsmittel sinnvoll eingesetzt werden können, und Vertrauen in die selbst gesetzten Sicherungen.